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So bauen Sie ein ISO/IEC 17025 Prüflabor für Gasflaschen auf.

Geltungsbereich, Raumplanung, Ausrüstung, die hydrostatische Prüfung, das Qualitätssystem und der Akkreditierungsablauf, von einem Ingenieur, der ein akkreditiertes Labor aufgebaut und geleitet hat.

Zwischen 2022 und 2025 habe ich ein Labor für hydrostatische Gasflaschenprüfung in einem leeren Raum aufgebaut, durch die Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 gebracht und danach drei Jahre geleitet. Dieser Leitfaden ist der Überblick, den ich mir am Anfang gewünscht hätte: was die Akkreditierung wirklich verlangt, in welcher Reihenfolge man vorgeht und wo Labore meist Zeit verlieren.

Er ist ein Praxisleitfaden und ersetzt weder die Norm selbst noch die konkreten Anforderungen Ihrer Akkreditierungsstelle. Arbeiten Sie immer mit den aktuellen Ausgaben der für Sie geltenden Dokumente.

Was eine Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 bedeutet

ISO/IEC 17025 ist die internationale Norm für die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Eine Akkreditierung danach bedeutet, dass eine unabhängige Akkreditierungsstelle Ihr Labor begutachtet und drei Dinge bestätigt hat: dass Sie kompetent sind, bestimmte Prüfungen durchzuführen, dass Sie unparteiisch arbeiten und dass Sie beständig arbeiten, sodass ein Ergebnis heute dasselbe bedeutet wie im nächsten Jahr.

Das entscheidende Wort ist bestimmte. Man ist nie „allgemein“ akkreditiert. Man ist für einen festgelegten Geltungsbereich akkreditiert: bestimmte Prüfungen an bestimmten Gegenständen nach bestimmten Normen. Ist Ihre nationale Akkreditierungsstelle Unterzeichnerin des internationalen ILAC-Abkommens, werden Ergebnisse innerhalb dieses Bereichs in anderen Ländern leichter anerkannt.

Für ein Prüflabor für Gasflaschen steht Konkretes auf dem Spiel: Eine Flasche, die Sie freigeben, geht unter hohem Druck zurück in den Betrieb. Mit der Akkreditierung beweisen Sie, dass man Ihren Entscheidungen über bestanden und nicht bestanden vertrauen kann.

Schritt 1: Geltungsbereich festlegen

Alles andere hängt vom Geltungsbereich ab, also legen Sie ihn zuerst fest und bleiben Sie realistisch. Fragen Sie:

  • Welche Flaschen? Zum Beispiel nahtlose Stahlflaschen, Flaschen aus Aluminiumlegierung, geschweißte Stahlflaschen oder Composite-Flaschen. Jeder Typ hat eigene Prüfanforderungen.
  • Welche Prüfungen? Hydrostatische Druckprüfung, Sichtprüfung (innen und außen), Gewindeprüfung und weitere Prüfungen, die Ihre Normen verlangen.
  • Welche Normen? Die wiederkehrende Prüfung von Flaschen ist in Produktnormen geregelt. International deckt ISO 18119 die wiederkehrende Inspektion und Prüfung nahtloser Flaschen aus Stahl und Aluminiumlegierung ab; viele Länder haben zusätzlich nationale Normen. Der akkreditierte Geltungsbereich meines Labors umfasste die iranische nationale Norm INSO 6792.

Ein enger, gut umgesetzter Geltungsbereich ist besser als ein breiter, den Sie mit Ausrüstung, Verfahren und geschultem Personal nicht tragen können. Erweitern lässt er sich später.

Schritt 2: Raumplanung entlang des Arbeitsablaufs

Planen Sie das Labor entlang des Weges, den eine Flasche nimmt, damit sich nichts kreuzt und geprüfte Flaschen nicht mit ungeprüften verwechselt werden können. Ein typischer Ablauf:

  1. Annahme und Identifikation: Flasche, Kennzeichnung und Eigentümer erfassen.
  2. Druckentlastung und Ventilausbau: sicher, in einem belüfteten Bereich, der für die betreffenden Gase geeignet ist.
  3. Äußere und innere Sichtprüfung: gute Beleuchtung und die richtigen Werkzeuge, um ins Innere zu sehen.
  4. Reinigung, wo das Verfahren sie verlangt.
  5. Prüfplatz für die hydrostatische Prüfung: mit Schutzeinhausung, weil mit hohem Druck gearbeitet wird.
  6. Trocknung, Ventileinbau und Kennzeichnung bestandener Flaschen.
  7. Quarantäne für ausgesonderte Flaschen, klar getrennt und gekennzeichnet, damit sie nicht versehentlich wieder in Betrieb gehen.

Planen Sie außerdem Platz für Aufzeichnungen, eine kontrollierte Umgebung für Geräte, die sie brauchen, und genug Raum für sicheres Arbeiten.

Schritt 3: Ausrüstung und Kalibrierung

Wählen Sie die Ausrüstung passend zu Ihrem Geltungsbereich und den Verfahren Ihrer Normen. Typisch für die hydrostatische Prüfung sind eine Hochdruck-Prüfpumpe, Manometer oder Druckaufnehmer, das Messsystem für die Ausdehnung, eine Waage, Gewindelehren und Prüfbeleuchtung. Je nach Geltungsbereich kann auch eine Ultraschall-Wanddickenmessung nötig sein.

Für die Akkreditierung ist die Ausrüstung selbst nur die Hälfte. Jedes Messmittel, das ein Ergebnis beeinflusst, braucht:

  • Eine auf nationale oder internationale Normale rückführbare Kalibrierung durch einen kompetenten Kalibrierdienstleister.
  • Ein Kalibrierprogramm mit Intervallen und Aufzeichnungen zu jeder Kalibrierung.
  • Zwischenprüfungen zwischen den Kalibrierungen, wo nötig, um Drift früh zu erkennen.
  • Eindeutige Kennzeichnung, damit stets klar ist, welches Messmittel für welche Prüfung verwendet wurde.

Wie die hydrostatische Prüfung funktioniert

Bei der Prüfung mit volumetrischer Ausdehnung wird die Flasche mit Wasser gefüllt und auf ihren festgelegten Prüfdruck gebracht. Unter Druck dehnt sich die Flasche leicht aus. Die Gesamtausdehnung wird beim Prüfdruck gemessen; nach dem Entlasten verbleibende Ausdehnung ist die bleibende Ausdehnung.

Das Verhältnis von bleibender zu gesamter Ausdehnung zeigt, ob sich die Flaschenwand noch elastisch verhält. Die geltende Norm legt den Grenzwert fest; bei vielen Stahlflaschen darf die bleibende Ausdehnung 10 % der Gesamtausdehnung nicht überschreiten. Eine Flasche, die den Grenzwert überschreitet, undicht ist oder bei der Sichtprüfung unzulässige Mängel zeigt, wird ausgesondert.

Jeder Schritt, vom Prüfdruck über die Messwerte bis zur Entscheidung, muss aufgezeichnet werden, damit das Ergebnis nachvollziehbar und wiederholbar ist.

Schritt 4: Das Qualitätssystem aufbauen

ISO/IEC 17025 (Ausgabe 2017) gliedert sich in allgemeine, strukturelle, Ressourcen-, Prozess- und Managementsystem-Anforderungen. In der Praxis muss Ihr Qualitätssystem abdecken:

BereichWas vorhanden sein muss
Unparteilichkeit und VertraulichkeitWie Sie Risiken für die Unparteilichkeit erkennen und steuern und Kundeninformationen schützen.
StrukturWer wofür verantwortlich ist und wer Ergebnisse freigibt.
RessourcenPersonalkompetenz, Räume und Umgebungsbedingungen, Ausrüstung, metrologische Rückführbarkeit, externe Anbieter.
ProzessePrüfung von Anfragen, Auswahl und Verifizierung von Verfahren, Handhabung von Prüfgegenständen, technische Aufzeichnungen, Messunsicherheit, Sicherung der Gültigkeit der Ergebnisse, Berichterstattung, Beschwerden, nichtkonforme Arbeiten, Datenlenkung.
ManagementsystemLenkung von Dokumenten und Aufzeichnungen, Risiken und Chancen, Verbesserung, Korrekturmaßnahmen, interne Audits und Managementbewertung.

Die Falle ist ein dickes, aus einer Vorlage kopiertes Handbuch. Begutachter prüfen, ob Ihre Dokumente dem entsprechen, was Ihr Personal tatsächlich tut. Schreiben Sie Verfahren für Ihr Labor, testen Sie sie an echter Arbeit und vereinfachen Sie sie, bis sie befolgt werden.

Schritt 5: Personal und Kompetenz

Ein akkreditiertes Labor ist nur so gut wie die Menschen, die prüfen. Legen Sie für jede Rolle die nötige Kompetenz fest, schulen Sie die Mitarbeiter darauf, bewerten Sie sie und führen Sie Aufzeichnungen, wer für welche Prüfung befugt ist. Halten Sie Schulungsnachweise aktuell, wenn sich Verfahren ändern.

Auch Sicherheitsschulung gehört dazu: Hochdruck, Gasreste sowie das Heben und Handhaben schwerer Flaschen sind echte Gefahren.

Schritt 6: Der Akkreditierungsablauf

Die Details hängen von der Akkreditierungsstelle ab, aber der Weg sieht meist so aus:

  1. Zuerst das System betreiben. Arbeiten Sie eine Zeit lang nach Ihrem Qualitätssystem, damit Sie echte Aufzeichnungen vorweisen können.
  2. Internes Audit und Managementbewertung, über die gesamte Norm.
  3. Antrag bei der Akkreditierungsstelle mit Ihren Dokumenten und dem vorgeschlagenen Geltungsbereich.
  4. Dokumentenprüfung und Begutachtung vor Ort, einschließlich der Beobachtung von Prüfungen.
  5. Abweichungen schließen: Nichtkonformitäten müssen mit Nachweisen behoben werden.
  6. Akkreditierungsentscheidung, gefolgt von regelmäßigen Überwachungsbegutachtungen.

Die Akkreditierung ist nicht die Ziellinie. Überwachung bedeutet, dass das System jeden Tag funktionieren muss, nicht nur vor einem Audit.

Häufige Fehler

  • Ein zu breiter Geltungsbereich zu Beginn, der Ausrüstung, Verfahren und nachzuweisende Kompetenz vervielfacht.
  • Verfahren, die niemand befolgt, aus einer Vorlage kopiert und von der echten Arbeit losgelöst.
  • Lücken in der Kalibrierung: Ein Messmittel, das am Tag der Nutzung nicht kalibriert war, stellt alle Ergebnisse dieses Tages infrage.
  • Unvollständige technische Aufzeichnungen, mit denen sich ein Ergebnis nicht auf Flasche, Gerät, Kalibrierung und Person zurückführen lässt.
  • Schwache Trennung ausgesonderter Flaschen.
  • Das Audit als Ziel sehen statt den täglichen Betrieb.
Bauen Sie ein Labor auf oder bereiten Sie ein Audit vor? Ich helfe bei Geltungsbereich, Planung, Ausrüstung, Qualitätssystem und Vorbegutachtung. So helfe ich Prüflaboren für Gasflaschen →

Siehe auch: Aufbau und Akkreditierung von ISO/IEC 17025 Laboren · industrielle Leistungen · das Labor, das ich aufgebaut habe

Farshid Ghaffari

Zwölf Jahre in einem Werk für medizinische und technische Gase, vom Junior-Ingenieur bis zum Werksleiter. Hat ein nach ISO/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor für Gasflaschen aufgebaut und geleitet. Baut heute Websites, SEO und KI-Werkzeuge für technische Unternehmen. Mehr über mich.

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